Sommertourismus und Naturschutz

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Sommertourismus und Naturschutz

Müsst Ihr Naturschützer überall die Leute aus der Natur raussperren?

Da sind wir Naturschützer schon komisch, gell!? Auf der einen Seite beschweren wir uns, wenn sich die Leute nicht für die Natur interessieren und wenn sie sich für die Natur interessieren sperren wir sie raus… Ganz so ist es natürlich nicht. Also: Prinzipiell haben wir in Deutschland  ja ein sehr großzügiges Betretungsrecht des Waldes und das ist aus meiner Sicht auch gut so. Trotzdem kann es in Einzelfällen notwendig sein, dieses Betretungsrecht etwas einzuschränken. Beispielsweise dann, wenn -wie am Feldberg- durch die großen Besuchermassen Erosionsschäden drohen, oder wenn seltene Tierarten in Ihren Rückzugsgebieten gestört werden.

Was ist mit meinem Hund?

Da hab ich eine gute und eine schlechte Nachricht. Zuerst die gute: Eure Hunde könnt Ihr im Naturschutzgebiet mitbringen. Und jetzt die schlechte: Sie müssen an der Leine bleiben. Wir haben viele seltene Vögel, die am Boden brüten, Auerhühner, die ihre Küken zwischen den Heidelbeerbüschen aufziehen und sehr viele Wildtiere, die ruhige Rückzugsgebiete brauchen. Wir sind uns bewusst, dass viele Hunde keine ernsthafte Gefahr für unsere Tierwelt darstellen. Trotzdem gilt diese Regelung für alle Hunde und Hunderassen. Wir sehen den treuen Hundeaugen leider nicht an, ob die Hunde gerne Mal ein Auerhuhnküken zum Frühstück verspeisen. Aber jetzt noch eine gute Nachricht: Außerhalb der Naturschutzgebiete, also in normalen Wäldern brauchen Hundebesitzer ihren Hund nicht anzuleinen, Voraussetzung ist jedoch, dass sie in der Lage sind, ihren Hund in ihrem Einzugsbereich zu halten. Das ist aber von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Und außerhalb der Wälder können die Gemeinden davon abweichende Regeln erlassen. (Grinst) Besser, als so kompliziert. Lange Rede kurzer Sinn: Am Feldberg bleiben die Hunde wegen der seltenen Viecher an der Leine! Das kann man sich gut merken!

Warum darf ich häufige Pflanzen nicht pflücken?

Ich wette, dass 98% unserer Besucher, seltene von häufigen Pflanzen nicht unterscheiden können. Deshalb gilt das Pflückverbot auch für die häufigen. Oder würden Sie den seltenen Schweizer Löwenzahn vom häufigeren Rauen Löwenzahn unterscheiden können?

Heidelbeeren und Fuchsbandwurm?

Eine gute Frage! Jährlich sterben in Deutschland 30 Menschen an Fuchsbandwurm und ungefähr 3000 Menschen im Straßenverkehr. Wie die Bandwurmeier in den menschlichen Körper gelangen, ist noch weitgehend unerforscht. Also: Ein gewisses Risiko geht auch von Beeren aus. Ich habe aber für mich entschlossen, dass das Risiko so klein ist, das ich weiterhin Heidelbeeren esse. Ich esse ja auch Feldsalat und Füchse gibt’s ja auch auf dem Feldsalatacker.

Wie viele darf ich mitnehmen?

Das Landeswaldgesetz hat da eine merkwürdige Formulierung: Wandpflanzen darf man bis zur Handstraußgröße aus dem Wald tragen. Umgerechnet auf Heidelbeeren entspricht ein Handstrauß einem Kilo pro Person und Tag. Das gleiche gilt auch für Pilze. Das gilt natürlich nur dort, wo Naturschutzverordnungen das Sammeln nicht noch zusätzlich einschränken. Das gewerbliche Sammeln sowohl bei Pilzen wie auch bei Beeren ist immer verboten.

Mountainbike – wie ist das im NSG?

Im Naturschutzgebiet Feldberg darf auf allen Wegen gefahren werden die breiter sind als 3 Meter. Das ist aufgrund der sehr hohen Besucherzahlen am Feldberg durchaus sinnvoll, um Konflikte zwischen Wanderern und Fahrradfahrern zu vermeiden Für die Mountainbiker habe ich aber noch eine erfreuliche Nachricht: Ab Herbst 2015 gibt es für die Mountainbiker den Gipfeltrail, ein sehr schöner Radweg, der an einigen Stellen auch auf schmäleren Wegen verläuft. Dort gilt: Rücksicht nehmen!

Empfehle doch deinen Lieblingsweg:

Ohhh, da habe ich ganz viele. Zunächst natürlich der Naturlehrpfad vom Rinken über die Zastler Hütte zum Feldberggipfel und von dort über die Baldenweger Hütte wieder zu Rinken zurück. Den Geißenpfad in Menzenschwand, den Hochtalsteig in Bernau, den Wasserfallsteig in Todtnau, den Feldbergsteig, den Felsenweg…. Ich weiß gar nicht wo ich anfangen oder aufhören soll.

Darf ich im Wald zelten?

Im Naturschutzgebiet leider nein und außerhalb dann, wenn ich das Einverständnis vom Grundstückseigentümer habe.  Also, wer vorher fragt ist auf der sicheren Seite!

 


 
Haus der Natur am Feldberg

Baden-Württemberg: