Fledermausschutz

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Fledermausschutz

Die Faktoren, die zu einer starken Gefährdung der Fledermausarten Großes Mausohr (Myotis myotis), Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteinii), Fransenfledermaus (Myotis nattereri), Braunes Langohr (Plecotus auritus), Wasserfledermaus (Myotis daubentonii) und Kleine Bartfledermaus (Myotis mystacinus) geführt haben, sind vielfältig. Hierzu gehören beispielsweise Lebensraumverluste durch Überbauung, Nutzungsänderungen oder -intensivierungen, Aufnahme von Umweltgiften oder der Verlust von Winter- und Sommerquartieren.
Darüber hinaus sind es aber auch Wissensdefizite über die Artansprüche und konkreten Habitate, die eine positivere Bestandsentwicklung verhindern.
Mit den Gebieten Stromberg und Schönbuch weist das Projektgebiet gleich zwei großflächige und für Fledermausarten überregional und europäisch bedeutsame Waldgebiete auf. Im Teilgebiet Schönbuch ist der Verein AG Fledermausschutz in Baden- Württemberg (www.agf-bw.de) besonders aktiv.

Insbesondere für die Bechsteinfledermaus stellt die nicht angepasste Waldbewirtschaftung eine ernstzunehmende Gefährdung dar. Durch unbeabsichtigte Fällungen und Entnahmen von Quartierbäumen kann die Population schwerwiegend geschädigt werden.

Maßnahmen zur Quartiersicherung sind hier unerlässlich, es fehlen jedoch ausreichende Grundlagen zur Nutzung der Quartiere und zur saisonalen Dynamik. Auch beim Großen Mausohr ist die Kenntnis über die Verteilung der Jagdgebiete von Bedeutung, da bisher kaum bekannt ist, welche Waldstrukturen bevorzugt bejagt werden. Für alle Arten besteht zudem ein Mangel an geeigneten Überwinterungsquartieren im Bereich des höhlenarmen Schönbuchs.


Maßnahmenpaket Fledermausarten
Ein entscheidendes Ziel des Vorhabens ist es, Wissenslücken für konkrete Maßnahmen zum Schutz der Fledermausarten Großes Mausohr (Myotis myotis, FFH-Artencode 1324) und Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteinii, FFH-Artencode 1323) im Projektgebiet zu schließen. Es soll eine auf die Fledermausarten fokussierte Konkretisierung von Maßnahmen im Rahmen des Alt- und Totholzkonzeptes des Landes Baden-Württemberg erarbeitet werden. Nur eine genaue Kenntnis der vorrangig genutzten Bereiche ermöglicht weitergehende Schutzmaßnahmen, die für den Erhalt dieser Arten dringend erforderlich sind. Daher ist das Ziel die Erfassung der räumlichen Ausdehnung der derzeitigen Vorkommen, die Ermittlung schwerpunktmäßig genutzter Bereiche und die Analyse der unterschiedlichen Habitatelemente. Diese finden Eingang in das Alt- und Totholzkonzept des Landes-Baden-Württemberg.

Maßnahme: A.2 Erfassung und Schutz von Fledermauslebensräumen im Schönbuch
Im Bereich des Naturparks Schönbuch konnten in den letzten Jahren aktuelle Vorkommen von 15 der 23 in Baden-Württemberg lebenden Arten nachgewiesen werden, darunter auch die Arten Großes Mausohr (Myotis myotis, FFH-Artencode 1324) und Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteinii, FFH-Artencode 1323), die zu den in Anhang II der FFH-Richtlinie aufgelisteten Arten gehören, für deren Erhalt und Schutz besondere Maßnahmen ergriffen werden sollen. Alle Fledermausarten stehen in Baden-Württemberg auf der Roten Liste der gefährdeten Säugetiere (Stand 2001). Die Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteinii, FFH-Artencode 1323) und das Große Mausohr (Myotis myotis, FFH-Artencode 1324) werden als stark gefährdet eingestuft. Beiden Arten ist gemeinsam, dass sie ausgedehnte Laubwälder als Lebensgrundlage benötigen. Von der Bechsteinfledermaus werden naturnahe, alt- und totholzreiche Wälder als Sommerlebensraum genutzt: die Quartiere finden sich an Bäumen und die Jagdgebiete liegen vor allem in Wäldern. Vermutlich überwintert die Art auch in Baumhöhlungen dicker und alter Bäume. Das Große Mausohr nutzt die Wälder als Jagdhabitat zur Nahrungssuche, die Sommerquartiere befinden sich meist in naheliegenden Siedlungen, die Winterquartiere in Bergkellern, Stollen und Höhlen. Der Schönbuch bietet auf Grund seiner naturnahen Baumartenzusammensetzung und eines größtenteils hohen Bestandalters prinzipiell gute Lebensbedingungen für beide Waldfledermausarten. Für die Bechsteinfledermaus stellt eine nicht angepasste Waldbewirtschaftung eine ernstzunehmende Gefährdung dar. Durch die unbeabsichtigte Fällung und Entnahme von Quartierbäumen kann die Population schwerwiegend geschädigt werden. Um den langfristigen Erhalt der Populationen zu gewährleisten, sind Maßnahmen zur Sicherung der Quartiergebiete unerlässlich. Hierfür ist eine genaue Kenntnis über die Lage, der genutzten Bereiche des Schönbuches und die saisonale Dynamik der Lebensraumnutzung, unerlässlich. Bisher ist hierzu erst sehr wenig bekannt. Beim Großen Mausohr ist die Kenntnis über die Verteilung der Jagdgebiete ebenfalls von Bedeutung, da bisher kaum bekannt ist, welche Waldstrukturen bevorzugt bejagt werden. Die geschaffene Wissensgrundlage dient der Umsetzung von konkreten Schutzmaßnahmen.
Mit der Erfassung der Fledermausarten in dem zum Landkreis Böblingen gehörenden Teil des FFH-Gebietes Schönbuch wurde die Arbeitsgemeinschaft Fledermausschutz Baden-Württemberg (AGF) von der Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg beauftragt.
Zeitplan: April 2012 bis Dezember 2014


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