LIFE+-Projekt "Rheinauen bei Rastatt"

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LIFE+-Projekt "Rheinauen bei Rastatt"


                                    

Der Oberrhein ist einer der wichtigsten ökologischen Korridore im Schutzgebietsnetz Natura 2000 der Europäischen Union. Mit dem EU-LIFE+-Natur-Projekt "Rheinauen bei Rastatt" werden in den Rheinauen viele typische Feuchtgebiets-Lebensräume aufgewertet und der Erhaltungszustand verschiedener europäisch bedeutsamer Pflanzen- und Tierarten verbessert.

  • Laufzeit 2011-2015
  • Förderzeit durch die Stiftung Naturschutzfonds: 2011-2015
  • Projektträger: Regierungspräsidium Karlsruhe
  • Projektvolumen: rd. 9,4 Mio. EURO, davon 50 % EU-Kofinanzierung = 4,7 Mio. EURO



Die Stiftung Naturschutzfonds unterstützt als Projektpartner folgende zwei Maßnahmen:

Mobiles Informationszentrum (MIZ) für Natura 2000 in den Rheinauen bei Rastatt

Im Rahmen des LIFE+-Projektes werden mehrere Baumaßnahmen in besonders sensiblen Gebieten durchgeführt. Zur Erhöhung der Akzeptanz der Maßnahmen sollen während und nach den Baumaßnahmen ab 2012 vor Ort Informationen für Besucher bereitgestellt werden. Ein betreutes, mobiles Informationszentrum (MIZ) in Form eines umgebauten Bauwagens soll Besuchern und Wanderern in ansprechender und spannender Form den Sinn der Maßnahme, den besonderen Naturschutzwert der Landschaft und das Förderinstrument LIFE+ nahe bringen.
Das MIZ soll dabei folgende Aufgaben ab 2012 erfüllen:
  • Bau- und Informationsbüro: Ausgewählte Maßnahmen und Veranstaltungen werden durch das MIZ vor Ort begleitet. Das MIZ dient dabei als Kontaktstelle und Besprechungsort. Während festgelegten Zeiten steht hier der/die Projektmanager/-in interessierten Bürgern für Gespräche zur Verfügung. Neben Informationsmaterial über das Projekt und die jeweilige Maßnahme wird vor allem das persönliche Gespräch angeboten. Damit kann speziell auf Fragen oder Befürchtungen der Bevölkerung eingegangen werden. Besprechungen mit Stakeholdern oder - im Rahmen der ökologischen Bauüberwachung - mit Bauausführenden sind möglich.
  • Im Anschluss an die Bauphase sollen durch das MIZ erste Erfolge der Maßnahmen aufgezeigt werden. Dabei sollen Techniken eingesetzt werden, die trotz größtmöglicher Schonung sensibler Lebensräume ein intensives Erleben ermöglichen. Das MIZ wird vor Ort von einer ökologisch geschulten Fachkraft betreut. Diese wirbt bei den Besuchern für Akzeptanz für den Naturschutz und regt zum Erforschen und Erleben der Natur an. Die Besucher erhalten ein vertieftes Verständnis für die Notwendigkeit von Wegegeboten. Damit werden Störungen in sensiblen Bereichen reduziert und die Erfolgsaussichten der umgesetzten Maßnahmen erhöht. In Kooperation mit lokalen Schulen können die Brutbiologie der aufgenommenen Vogelarten sowie die Inhalte des LIFE+-Projekts in den Unterricht integriert werden. Die im MIZ gewonnenen Beobachtungen dienen zudem der Überwachung der Projektentwicklung.

Der nur zeitweise vor Ort verfügbare Bauwagen (Sommermonate) und die moderne Ausrüstung erzeugen Neugierde. Durch die persönliche Betreuung und durch die eingesetzte Technologie wird ein positives Naturerlebnis geboten. Regelungen zum Schutz der Natur werden hier nicht mit erhobenem Zeigefinger vermittelt, sondern es wird Sympathie erzeugt und der Beschützerinstinkt der Besucher geweckt.
Die Maßnahme MIZ ist besonders bedeutsam, da sich das Projektgebiet in einem intensiv genutzten Naherholungsraum befindet. Viele Personen suchen das Gebiet zur Freizeitgestaltung auf, beispielsweise zum Joggen, Radfahren, Angeln, Sonnenbaden oder Ausführen des Hundes.

Saisonauftakt des MIZ am 8. Juli 2012 anlässlich des 20-jährigen  Jubiläums der Ökostation Rastatt mit den beiden MIZ-Betreuern 2012: Reiner Deible und Luis Scheuermann Saisonauftakt des MIZ am 8. Juli 2012 anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der Ökostation Rastatt mit den beiden MIZ-Betreuern 2012: Reiner Deible (links) und Luis Scheuermann (mit Hut)

Aufbau des MIZ am 03.05.2013 in Dermersheim mit Dr. Jost Armbruster, Projektmanager des LIFE+-Projekts "Rheinauen bei Rastatt" und Holger Kiefl, MIZ-Betreuer 2013 mit Reiner DeibleAufbau des MIZ am 03.05.2013 in Durmersheim mit Dr. Jost Armbruster (links), Projektmanager des LIFE+-Projekts "Rheinauen bei Rastatt" und Holger Kiefl, einer der MIZ-Betreuer 2013 

Pressemitteilung vom 06.05.2013:
Das MIZ war 2013 wieder im Projektgebiet im Einsatz um über die Natur im LIFE+Projektgebiet, aber auch über die einzelnen Baumaßnahmen zu informieren. Dabei wechselte das MIZ häufig die Standorte und war 2013 in allen am Projekt beteiligten Gemeinden vertreten.
Einsatzorte des MIZ 2013
10. bis 12. Juni: Steinmauern, Flößereimuseum
14. bis 16. Juni: Elchesheim-Illingen, RHWD XXV beim Sportplatz Illingen
17. bis 23. Juni: Freibad, Durmersheim
24. bis 30. Juni: Rastatt, Rohrersteg bei der Maßnahme Hochwasserschutz und Ökologieprojekt (HÖP)
1. bis 7. Juli: Elchesheim-Illingen, RHWD XXV beim Sportplatz Illingen
8. bis 21. Juli: Rastatt, Rohrersteg bei der Maßnahme Hochwasserschutz und Ökologieprojekt (HÖP)
22. Juli bis 4. August: Rastatt, Schließbrücke bei der Maßnahme Hochwasserschutz und Ökologieprojekt (HÖP)
5. bis 11. August: RHWD XXV beim Teilergrund in Rastatt-Plittersdorf
12. bis 25. August: Fähre Rastatt-Plittersdorf
26. August bis 8. September: Hofwaldschlut, alte L78 zwischen Steinmauern und Plittersdorf
9. bis 15. September: Riedkanal in der Geggenau, Baden-Baden

Im Jahr 2013 nutzen mehr als 2000 Besucher (darunter mehr als 500 Kinder) den umgebauten Bauwagen, um sich bei den Betreuern Informationen aus erster Hand zu besorgen.
Durch das LIFE+-Projekt haben Sie die Möglichkeit, einzelne Vogelarten beim Brutgeschäft zu beobachten. Damit die sensiblen Tiere dabei nicht gestört werden, wurden im Projektgebiet von der Stiftung Naturschutzfonds hochauflösende Übertragungskameras installiert. Die live-Bilder werden kontinuierlich in Echtzeit ins Internet gestellt und können überall in der Welt im Internet mit verfolgt werden. Beim Mobilen Informationszentrum können Sie die live-Bilder auf einem großen Bildschirm anschauen. Ein fachkundiger Betreuer erläutert Ihnen, wie die Vogelarten im Rahmen des Projekts gefördert werden. Beispielsweise werden Steilufer angelegt, in denen Eisvögel brüten.

Eisvogel-Webcam


Im Frühjahr und Sommer 2014 steht das von der Stiftung Naturschutzfonds betriebene Mobile Informationszentrum (MIZ) den Besuchern des Projektgebietes wieder zur Verfügung. Die aktuellen Einsatzorte finden Sie unter www.rheinauen-rastatt.de/de/einzelprojekte/mobiles-informationszentrum-den-rheinauen-bei-rastatt

Faszinierende Fischvielfalt am Oberrhein - Natur erleben und schützen mit jungen NaturforscherInnen

Der Besucherandrang vor großen Schauaquarien (Sealife Konstanz oder Speyer, der Wilhelma Stuttgart, dem Vivarium in Karlsruhe oder dem Tiergarten in Ulm) belegt die Faszination von Fischen für junge und erwachsene Beobachter. Leider finden sich bei den Schauaquarien in den seltensten Fällen Kaltwasseraquarien mit heimischen Fischarten.
Zur Zeit gibt es im Rhein über 50 verschiedene Fischarten, von denen 37 für den Rhein als "heimische" Arten gezählt werden. Im neuen LIFE+-Projektgebiet sind an FFH-Fischarten nachgewiesen:
Fluss- (FFH-Artencode 1099), Bach- (FFH-Artencode 1096), Meerneunaugen (FFH-Artencode 1095), Lachs (FFH-Artencode 1106), Rapfen (FFH-Artencode 1030), Bitterling (FFH-Artencode 1134), Steinbeißer (FFH-Artencode 1149), Schlammpeitzger (FFH-Artencode 1145), Maifisch (FFH-Artencode 1102) und Groppe (FFH-Artencode 1163).

Diese Arten bekommt man selten zu Gesicht. Mehr als 10 Arten sind untypisch, und damit fremde Arten, die durch Aussetzen in den Rhein gelangt sind und sich teilweise ungehindert vermehren (z. B. Sonnenbarsch). Für den Rheinangler sind jedoch meist nur eine Handvoll Fischarten von Bedeutung, die als Zielfisch bzw. Speisefisch in Betracht kommen ( z. B. Aal, Flussbarsch, Hecht, Rapfen, Barbe, Brasse, Döbel, Karpfen, Nase, Rotauge, Rotfeder, Schleie; davon nur der Rapfen als FFH-Art). Zur Förderung dieser Fischvielfalt und zur Intensivierung der Schutzbemühungen sowie zur Unterstützung der Maßnahmen im LIFE-Projekt sollen gezielte Bildungsmaßnahmen für junge NaturforscherInnen angeboten werden.
Die jungen Menschen sollen lernen,
  • die Bedeutung der heimischen Fische und deren Lebensräume zu kennen und zu erkennen,
  • dass einige Arten vom Aussterben bedroht und
  • für andere Schutz- und Renaturierungsmaßnahmen zu deren Erhaltung erforderlich sind.

Zur Aufklärung über die Fischfauna im Rhein und dessen Einzugsbereich sowie zur Akzeptanzsteigerung der LIFE-Maßnahmen wird für junge NaturforscherInnen ein Programmangebot wie folgt aufgelegt:
  • Auswahl der vier von sechs Modellschulen über einen Teilnahmewettbewerb: Tulla Gymnasium Rastatt, Karlschule GWRS Rastatt, Realschule der Stadt Gaggenau und die Lothar-von-Kübel Realschule Sinzheim (www.tulla-gymnasium.de ; www.karlschule-rastatt.de ; www.realschule-gaggenau.de; www.realschule-sinzheim.de)
  • Herausgabe und Verbreitung der Broschüre „Faszinierende Fischvielfalt am Oberrhein - Material für Jungforscherinnen und Jungforscher", die sich an Schülerinnen und Schüler der 4. bis 13. Jahrgangsstufe , Lehrkräfte (schulartübergreifen), außerschulische Bildungseinrichtungen und weitere Interessierte richtet. Die Broschüre beinhaltet eine achtseitige Anleitung zur Unterhaltung von ganzjährigen Kaltwasseraquarien mit Besatz ausgewählter FFH-Arten.
  • Aufbau einer Zusammenarbeit mit den Jugendlichen in den örtlichen Naturschutz- und Angelsportvereinen und den Berufsfischern in den Modellschulen zur Stärkung der Schutzbemühungen um die FFH-Arten.
  • Führungen mit den von der Stiftung Naturschutzfonds beauftragten Diplom-Biologen Dietmar Bernauer und seinem Kollegen Hans-Joachim Scheckeler (Lehrer) für Schulklassen und Jugendgruppen zu Renaturierungsmaßnahmen (z. B. Renaturierung der Murg in Rastatt) und exemplarischen Elektrobefischungen im Gebiet.

Weitere Modellschulen können sich für die Teilnahme am Modellvorhaben informieren und bewerben bei:
Stiftung Naturschutzfonds Baden-Württemberg
Monika Baumhof-Pregitzer
Kernerplatz 9
70182 Stuttgart
Email: monika.baumhof-pregitzer@um.bwl.de
Tel.: 0711-1256-2229




 
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