Themenschwerpunkt 2016

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Themenschwerpunkt 2016

Kinder als Naturforscher


Kinder als Naturforscher„Naturwissenschaften liegen mir nicht“ – Ein viel gehörter Satz, der häufig dazu führt, dass die naturwissenschaftlichen Fächer in der Schule abgewählt werden. Richtig zufriedenstellend ist das aber auch nicht, da naturwissenschaftliche Fragestellungen praktisch an jeder Straßenecke auftauchen. Warum sind die Grashüpfer bei Sonnenschein so schnell, dass man sie nicht fangen kann? Warum mögen Kellerasseln kein  Sonnenbad und Regenwürmer keinen Platzregen? Jedes Kind stellt irgendwann solche Fragen. Wenn die Antwort signalisiert, dass die Fragen  weder dumm noch uninteres sant sind, wird das Kind weiter forschen. Wirkliches Interesse wächst dann, wenn Vorinformationen vorhanden sind, die zugeordnet werden können.

Wenn die erste Frage beantwortet ist, ergeben sich tausend neue, das liegt in der Natur der Sache. Das Wecken des Forschergeistesbeginnt am besten und effektivsten bereits im Kindergartenalter. Studien über das Schulwissen unserer Kinder (z.B. PISA) haben die Öffentlichkeit  aufgeschreckt. Vom jahrelangen naturwissenschaftlichen Unterricht ist oft nicht viel Alltagwissen übrig geblieben. Warum??

Kinder als WasserforscherBeobachtet man Kinder oder denkt an die ersten eigenen „Forschungserfahrungen“ zurück, so zeigt sich, dass nur selbst Erfahrenes bei den Kindern dauerhafte Einsichten hinterlässt. Kinder erweisen sich oft als aufmerksame und geduldige Forscher, die solange einer Sache auf den Grund gehen, bis sie sie verstanden haben, das heißt mit ihr umgehen können. Bei Versuchsanordnungen, bei denen Kinder besten falls Handlanger oder gar nur Zuschauer sind, fehlt das einprägsame Erlebnis des „selbst Erfahrens“. Anstöße für weiterführende Fragen von den Erwachsenen helfen, dabei über das zunächst Offensichtliche hinüberzuschauen, über Beobachtungen zu sprechen und sie so intensiv wahrzunehmen. Kinder können noch staunen und sie haben unendliche Geduld, wenn ein Thema ihr Interesse weckt . Sie fragen zudem völlig ungehemmt und haben keine Angst, sich lächerlich zu machen.

Erlebte Naturforschung im Kindesalter kann dazu führen, dass im Erwachsenenalter eine Fortsetzung auf wissenschaftlicher Ebene erfolgt. Kinder brauchen die „Begegnung mit der Sache“! Nur wenn die Kinder Freiräume zum Selbstentdecken, zum Fragenstellen und zum Ausprobieren bekommen, werden sie lustvoll und aufmerksam den Geheimnissen der Natur nachspüren und ihre Gesetzmäßigkeiten aufspüren. Kinder sind geborene Naturforscher. Man muss sie nur lassen.

Diesen Forschergeist macht sich der diesjährige Themenschwerpunkt zu Nutzen. Der Wechselausstellungsbereich im Haus der Natur (siehe Seite 11 im Jahresprogramm) wird in diesem Jahr zum Naturlabor. Eine Reihe von Veranstaltungen, nicht nur für Kinder sondern auch für Erwachsene, die sich des Themas annehmen möchten, geben Anregungen und Ideen und vermittelt das Handwerkszeug für kleine und große Forscher.

 


 
Naturschutzzentrum Obere Donau

Baden-Württemberg: