Themenschwerpunkt 2017

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Themenschwerpunkt 2017


Lautlose Jäger der Nacht - mit Eulen auf Du und Du

(Veranstaltungen zum Thema)


Eule in Baumhöhle
(Rauhfußkauz, Foto Reiser)

Gedrungener Körper, großer, runder Kopf, große, nach vorne gerichtete Augen, krummer Schnabel und Gesichtsschleier - Eulen sind ganz leicht zu erkennen. Die Sache hat nur einen Haken - man sieht sie selten. Das liegt nicht nur daran, dass die Eulen in vielen Gegenden selten geworden sind, sondern vor allem an ihrer meist nachtaktiven Lebensweise. In Deutschland brüten insgesamt 10 verschiedene Eulenarten, 6  davon im Naturpark Obere Donau. Waldkauz und Waldohreule sind die wohl am häufigsten im Naturpark anzutreffenden Arten. Die Schleiereule, die sonst gar nicht so selten ist, ist imNaturpark an ihrer Verbreitungsgrenze. Harte und schneereiche Winter liebt sie nicht. Die kleinen Eulenarten Sperlings- und Rauhfußkauz kommen, wenn auch nicht so häufig, ebenfalls im Naturpark vor. Der Sperlingskauz macht sogar eine Ausnahme von der eulentypischen Lebensweise und ist dämmerungs-, manchmal sogar tagaktiv. Die eindrucksvollste Eule ist natürlich der für lange Zeit im Naturpark ausgestorbene Uhu. Nach seiner Wiederansiedlung in den 60er-Jahren hat er heute einen gesicherten Bestand im Donautal gebildet.

Eulen haben außergewöhnliches zu bieten. Anstelle beweglicher Augen können die Tiere ihren Kopf bis zu 270° drehen. Ein Rundumblick wird damit möglich. Der Gesichtsschleier ermöglicht äußerst feines Hören und somit die nächtliche Jagd. Ganz besonders gut werden die hohen Frequenzen, die vom häufigen Beutetier Maus ausgesendet werden, gehört. Im Verhältnis zum Körpergewicht haben Eulen sehr große Flügel, die in Verbindung mit dem weichen Federrand fast lautloses Fliegen ermöglichen. Ein lautloses Anfliegen der Beute garantiert so den Jagderfolg.

EuleTrotz dieser hervorragenden Anpassung sind fast alle Eulenarten in Deutschland gefährdet. Der Rückgang alter, naturbelassener Wälder und die Intensivierung der Landwirtschaft führen zum Verschwinden der geeigneten Lebensräume. Fehlende Bruthöhlen und knappes Nahrungsangebot besiegeln dann den Rückgang der Eulen. Bei großen Arten wie dem Uhu kommt es darüber hinaus häufig zu Todesfällen durch Kontakt mit Freileitungen. Nicht viele Regionen bieten so gut für Eulen geeignete Lebensbedingungen wie der Naturpark Obere Donau.

Stellvertretend für alle Eulenarten hat der NABU für 2017 den Waldkauz zum Vogel des Jahres gewählt. Mit ihm soll für den Erhalt alter Bäume im Wald oder in Parks geworben werden und eine breite Öffentlichkeit für die Bedürfnisse Baumhöhlen bewohnender Tiere sensibilisiert werden. Die Schönheit dieser Tiere und ihre Wichtigkeit in gesunden Ökosystemen ist Grund genug, sie zu schützen, ihre Bestände zu stabilisieren oder gar zu vermehren und ihre Lebensräume zu erhalten.





Zu diesem Themenschwerpunkt bieten wir verschiedene Veranstaltungen und eine Ausstellung im Haus der Natur in Beuron:


 
Naturschutzzentrum Obere Donau

Baden-Württemberg: