Das EnBW-Förderprogramm "Impulse für die Vielfalt"

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Das EnBW-Förderprogramm "Impulse für die Vielfalt"

Fortführung und Entwicklung des Förderprogramms


NEU in 2016: Reptilienförderung


1. Programmbeschreibung

Gemeinsam mit der EnBW Energie Baden-Württemberg AG initiierte die LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg 2011 das EnBW-Amphibienschutzprogramm „Impulse für die Vielfalt". Es ist bisher das erste landesweite Förderprogramm zum Amphibienschutz  im Rahmen des 111-Arten-Korbes. In den vergangenen fünf Jahren konnten insgesamt 74 Maßnahmen in ganz Baden-Württemberg gefördert und umgesetzt werden - das bedeutet konkrete Hilfe für Amphibien vor Ort.
Im Rückblick auf diesen Erfolg wird das Förderprogramm auch 2016 fortgeführt und um die Förderung von Schutzmaßnahmen für Reptilien erweitert.



Eine Liste aller geförderten Projekte seit Beginn des Schutzprogramms finden Sie hier.
 

Die EnBW unterstützt mit diesem Förderprogramm finanziell Projekte, die zum Schutz der Amphibien- und Reptilienarten Baden-Württembergs beitragen. Für diese Mittel können sich Interessierte hier bewerben. Die geförderten Maßnahmen sollen dazu beitragen, dass die Lebensräume heimischer Amphibien und Reptilien landesweit verbessert werden und sich der Bestand mittel- bis langfristig wieder positiv entwickelt.



2 Was wird gefördert?

2.1 Gefördert werden Maßnahmen, die zu einer Verbesserung der Lebensbedingungen für folgende Amphibien- und Reptilienarten führen:


 © M. Waitzmann
Gelbbauchunke
Bombina variegata         
 © M.Waitzmann



Wechselkröte        
Bufo viridis
 
 © M. Waitzmann





Moorfrosch
Rana arvalis
 © M. Waitzmann




Laubfrosch
Hyla arborea
 © M. Waitzmann



Springfrosch
Rana dalmatina
 © M. Waitzmann

Geburtshelferkröte
Alytes obstetricans
 © M. Waitzmann



Knoblauchkröte
Pelobates fuscus
 © M. Waitzmann



Kreuzkröte
Bufo calmatia

© Th. Stephan


Kammmolch
Triturus cristatus            
© M.Waitzmann
NEU

Zauneindechse
Lacerta agilis  
© M.Waitzmann
NEU

Westliche Smaragdeidechse
Lacerta bilineata
 © M.Waitzmann
NEU

Mauereidechse
Podarcis muralis
© M.Waitzmann
NEU

Ringelnatter
Natrix natrix
© M.Waitzmann
NEU

Schlingnatter
Coronella austriaca  
 © M.Waitzmann
NEU

Kreuzotter
Vipera berus
 © M.Waitzmann
NEU

Europäische Sumpfschildkröte
Emys orbicularis








Aber auch herausragende Projekte, die anderen oder mehreren Amphibien- oder Reptilienarten zu Gute kommen, sind förderfähig.

Maßnahmenvorschläge für die einzelnen oben genannten Amphibienarten finden Sie im Bereich Infomaterial auf der rechten Seite!
 

2.2 Förderfähig sind Projekte mit folgenden Schwerpunkten:

  • Anlage von Amphibienlaichgewässern
    • z. B. Klein- und Kleinstgewässer für Gelbbauchunke, Wechsel- und Kreuzkröte oder
    • sonnenexponierte Stillgewässer mit Flachwasserbereichen für Moorfrosch, Knoblauchkröte und Kammmolch

  • Aufwertung von Landlebensräumen im Umfeld von Laichgewässern
    • z. B. Neuanlage oder Pflege von Hecken und Röhrichten für den Laubfrosch
    • Rohböden für Kreuz- und Wechselkröte
  • Schaffung von Eiablageplätzen
    • z. B. Sandlinsen für Eidechsen

  • Anlage von Sommerhabitaten
    • z. B. Totholz, Steinriegel, Trockenmauern

    • Anlage von Winterquartieren
      • z. B. steinige Hohlraumsysteme

    • Biotopgestaltung oder -pflegemaßnahmen

    • Schaffung von Trittsteinhabitaten zur Vernetzung einzelner Populationen

    • Sicherung von Lebensräumen durch Grunderwerb

    • Kommunikation über im Rahmen des Programms durchgeführte Maßnahmen und Präsentation von Ergebnissen, um die Menschen für die biologische Vielfalt und das Amphibienschutzprogramm zu sensibilisieren

    • Folgeprojekte, die bereits im Rahmen des EnBW-Amphibienschutzprogramms in den vergangenen Förderjahren unterstützt wurden.

    Projekte zur Anlage von mobilen oder stationären Leiteinrichtungen sowie Wiederansiedlungsprojekte sind NICHT förderfähig.


    3 Wer kann sich bewerben?

    Bewerben können sich natürliche und juristische Personen, z. B. Verbände, Stiftungen, gemeinnützige Vereine und Organisationen, kommunale Gebietskörperschaften, Zweckverbände, Unternehmen und Privatpersonen.

    Nicht bewerben können sich die der Fachaufsicht des Landes Baden-Württemberg unterstehenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der EnBW.


    4 Wer entscheidet über die Vergabe der Projektfördermittel?

    4.1 Ein Fachgremium aus Vertretern der EnBW, der LUBW, des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg und der Regierungspräsidien sowie Amphibienexperten entscheiden, welche Projektanträge und Bewerbungen aus fachlicher Sicht sinnvoll und erfolgversprechend durchführbar sind.

    4.2 Die Bewilligung der beantragten Projektfördermittel erfolgt durch die EnBW.


    5 Welche Voraussetzungen muss ein Projekt erfüllen?

    5.1 Die Projekte werden in Baden-Württemberg realisiert.

    5.2 Die geplanten Maßnahmen werden im Zeitraum vom 1. Oktober 2016 bis 31. Dezember 2016 durchgeführt.

    5.3 Innerhalb von 24 Monaten nach Umsetzung der Maßnahmen erhält die LUBW vom Projektträger jährlich eine Darstellung des Projekts in Schrift und Bild, die zeigt, dass die angestrebten Ziele erreicht wurden.

    5.4 Alle erforderlichen Genehmigungen - also vor allem die, die das Naturschutzrecht, das Wasserrecht und das Baurecht betreffen - liegen vor. Fragen zu Notwendigkeit, Art und Umfang von Genehmigungen beantworten die Unteren Naturschutzbehörden.

    5.5 Nicht gefördert werden Maßnahmen, die ausschließlich dazu dienen, gesetzlich vorgeschriebene Verpflichtungen des Antragstellers zur Beschränkung von Umwelt- und Naturbelastungen zu erfüllen - es sei denn, das gewählte Verfahren führt gegenüber dem herkömmlichen Verfahren zu einem verbesserten Schutz der biologischen Vielfalt. Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen werden nicht finanziert. Auch die Förderung von mobilen oder stationären Leiteinrichtungen ist nicht förderfähig.

    5.6 Die Aufstellung der Projektkosten ist Voraussetzungen für eine Projektförderung. Dies kann z.B. durch eine nachvollziehbare Aufstellung der Kosten oder durch ein Angebot erfolgen. Die Kostenaufstellung ist dem Förderantrag als Anlage beizufügen.


    Die Verantwortlichkeit des Verursachers für Umweltschäden wird durch die Förderung nicht aufgehoben.


    6 Welche Kosten werden übernommen, welche nicht?

    6.1 Übernommen werden Sachkosten sowie eventuelle Aufwendungen für den Grunderwerb von Flächen, auf denen Maßnahmen durchgeführt werden sollen. In der Regel sollten die förderfähigen Kosten eines beantragten Projektes (das sind 90 % der Gesamtsumme des Projektes) eine Summe von 7.000 € nicht überschreiten.

    6.2 Förderungsfähig sind Ausgaben für:
    • Gegenstände und Investitionen
    • Ausgleichszahlungen und Entschädigungen
    • Aufträge an Dritte (Planungsleistungen, Gerätebedienung, ...)
    • Kommunikation (Informationen, Präsentationen) bezüglich der im Rahmen des Programms durchgeführten Maßnahmen, die dazu beitragen, das Bewusstsein in der Bevölkerung für den Amphibien- und Reptilienschutz und die biologische Vielfalt zu stärken
    • Darstellung der Ergebnisse in den beiden Folgejahren nach Umsetzung der Maßnahmen

    6.3 Personalkosten des Antragstellers werden nicht übernommen.

    6.4 Die Vergabe von Projektfördermitteln der EnBW an einen Projektträger setzt voraus, dass der Projektträger einen Selbstanteil von mind. 10 % an den Gesamtprojektkosten wie unter 6.2 beschrieben trägt.

    6.5 Nicht übernommen werden Kosten, die dem Projekt nicht unmittelbar zuzurechnen sind, sowie Folgekosten, die durch das Vorhaben entstehen.

    6.6 Kosten, die in Zusammenhang mit der Erstellung des Antrags entstehen, sind ebenfalls nicht förderfähig.


    7 Was ist sonst noch zu beachten?

    7.1 Es besteht kein Rechtsanspruch auf Förderung.

    7.2 Leistungen Dritter werden bei der Bemessung der Höhe der Förderung berücksichtigt und müssen daher im Projektantrag aufgeführt werden.

    7.3 Beim Erwerb von Grundstücken und ähnlichen Rechten ist dinglich zu sichern, dass die jeweilige Verwendung einzig dem Zweck der Maßnahmenumsetzung dient.

    7.4 Innerhalb von 24 Monaten nach Umsetzung der Maßnahmen berichtet der Projektträger über Projektinhalte und -ergebnisse in Form bebilderter Kurzberichte.

    7.5 Das Projekt wird auf der Website des "111-Artenkorbes" veröffentlicht. Hierfür erstellt der Projektträger einen entsprechenden Online-Projektbericht.

    7.6 LUBW und EnBW sind berechtigt, über die Projekte zu berichten und sie samt Bildmaterial vorzustellen.


    8 Antragsstellung

    8.1 Anträge auf eine Projektmittelförderung sind bei der LUBW einzureichen:

    LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz
    Baden-Württemberg

    Referat 25
    Griesbachstraße 1
    76185 Karlsruhe
    Telefon: 0721 / 5600-1484


    8.2 Das Antragsformular steht im Infomaterial dieser Seite (oben rechts) zum download bereit und muss folgende Informationen enthalten:
    • Name und Anschrift des Antragstellers sowie einen Ansprechpartner
    • Kurzbeschreibung des Projekts
    • Kalkulation der Kosten
    • Vorlage der erforderlichen Genehmigungen

    8.3 Für die Bewilligung, Auszahlung und Abrechnung der Förderung, für den Nachweis und die Prüfung der Verwendung sowie für eine unter Umständen erforderliche Aufhebung der Förderung und die Rückforderung der Projektfördermittel ist die EnBW zuständig.

    8.4 Den Beauftragten der EnBW ist auf Verlangen projektbezogen Auskunft zu erteilen und Einsicht in Bücher und Unterlagen zu gestatten.


    9 Termine, Fristen und Ansprechpartner

    9.1 Die Projektanträge müssen der LUBW spätestens am 13. Mai 2016 vorliegen.

    9.2 Es ist vorgesehen, die Benachrichtigung der Antragssteller bis Ende Juli 2016 zu verschicken.

    9.3 Die Durchführung praktischer Maßnahmen beschränkt sich auf den Zeitraum 1. Oktober 2016 - 31. Dezember 2016. Die Ergebnisse/ Erfolge müssen der LUBW innerhalb von 24 Monaten danach präsentiert werden.

    9.4 Bei Fragen können Sie sich jederzeit wenden an:

    LUBW Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz
    Baden-Württemberg

    Griesbachstr. 1
    76185 Karlsruhe
    Telefon: 0721 / 5600-1484


    Regierungspräsidium Stuttgart
    Referat 56 Naturschutz und Landschaftspflege
    Frau Barbara Haas
    Ruppmannstraße 21
    70565 Stuttgart
    Telefon: 0711 / 904-15613


    Regierungspräsidium Karlsruhe
    Referat 56 Naturschutz und Landschaftspflege
    Frau Dr. Silke Schweitzer
    Karl-Friedrich-Straße 17
    76133 Karlsruhe
    Telefon: 0721 / 926-6250


    Regierungspräsidium Freiburg
    Referat 56 Naturschutz und Landschaftspflege
    Herr Uwe Kerkhof
    Bissierstraße 7
    79114 Freiburg
    Telefon: 0761 / 208-4223


    Regierungspräsidium Tübingen
    Referat 56 Naturschutz und Landschaftspflege
    Frau Cornelie Haag
    Konrad-Adenauer-Str. 20
    72072 Tübingen
    Telefon: 07071 / 757-5270

     


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