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Nutzungsgeschichte


Zeittafel


1730

Graf Franz von Waldburg-Wurzach überließ Riedflächen aus seinem Besitz an arme Bürger, die das Land behalten durften, wenn es ihnen gelänge, das Land nutzbar zu machen. Dazu wurden etwa 1740 bis 1750 erste Entwässerungsgräben gezogen. Der „Oberriedgraben“ geht darauf zurück. Torf wurde damals noch nicht gestochen.

1776
Die Herrschaft Waldburg-Zeil erlaubte das Stechen von Torf im Unteren Ried. Damit ist Torfabbau zum ersten Mal urkundlich belegt.

1785
Der Revierförster von Wurzach wird angewiesen, der Gemeinde Dietmanns einen Platz zum Wasenstechen einzuräumen.

1791
Der fürstliche Oberjäger bekommt die Anweisung: „... sollte der Oberjäger auch darauf bedacht seyn, wie sich durch Gebrauch des Torfes oder der Waasen ein und andernorths etwas an dem Holz ersparen ließe.“

Ca. 1800
Bäuerliche und Herrschaftliche Handtorfstiche im Oberen, Unteren und Alberser Ried.

1820
Fürst Leopold sah sich veranlasst, eine Verordnung über das Stechen von Torf im Unteren Ried zu erlassen, da der Wasenstich der Wurzacher Bürger trotz aller Ermahnungen nicht in Ordnung gebracht werden konnte.

Ab 1850
wurden mehrfach Versuche unternommen das Wurzacher Ried großflächig zu entwässern. Alle Pläne scheiterten jedoch an den großen finanziellen Belastungen. Lediglich die Ach wurde tiefer gelegt.

1875
Im Wurzacher Ried wurden weitere Entwässerungskanäle angelegt. Als Folge dieser Maßnahmen wurde der Torfabbau im Oberen Ried verstärkt.

1880
Nach dem Anlegen von weiteren Entwässerungsgräben wurde im „Oberen Ried“ das Waldburg-Wurzach’sche Torfwerk gegründet, das meist nur als „Zeil`sches Torfwerk“ bezeichnet wird. Bereits 1876 wurden Rollbahnen und Rollwägen gekauft. Rund 40 Hektar wurden im Oberen Ried für den Torfabbau erschlossen. Anfangs wurden dort jährlich ca. 5 Millionen Torfwasen gestochen. Ab 1903 wurde der Torf mit 3 Stechmaschinen gestochen. Auf diese Weise ist der Riedsee entstanden. 1901 bis 1906 waren bis zu 90 Personen im Zeil`schen Torfwerk beschäftigt.



1920
Auf Grund der akuten Brennstoffnot verabschiedete im November 1919 der Landtag in Stuttgart das Torfwirtschafts-Gesetz. Hier wurde festgelegt: „auf Verlangen des Staates müssen torfhaltige Grundstücke zur Torfgewinnung genutzt und aus ihnen jährlich bestimmte Mengen Brenntorf zu den vom Staat festgesetzten Preisen abgeliefert werden.“ Als Folge des Torfwirtschaftsgesetzes wurde 1920 der bis dahin unberührte Haidgauer Hochmoorschild für den Torfabbau erschlossen. Zur Vorbereitung des Torfabbaus wurden rund zunächst 200 Hektar Moorkiefern-Wald gerodet, 144 km Entwässerungsgräben gezogen und der Torfwerkskanal ausgehoben. 1922 wurden bereits 213 000 Zentner Torf abgebaut.



1936
Beginn von Moorbadekuren in Bad Wurzach und Abbau von Badetorf im Wurzacher Ried.

1946
Ansiedlung der Oberland Glasfabrik wegen der Brenntorfvorräte im Wurzacher Ried. Intensiver Abbau von Brenntorf für die Glasfabrik.

1956
Umstellung der Glasfabrik auf andere Energieträger wegen der schlechten Qualität des Torfes für Heizzwecke.

Anfang der 1960er
Beendigung des Abbaus von Brenn- und Streutorf im Wurzacher Ried. Nur im Haidgauer Torfstichgebiet wurde kurzfristig in geringem Maße Blumenerde (Frästorfverfahren) gewonnen. Danach nur noch Abbau von Badetorf für die Wurzacher Kurbetriebe.

1995
Endgültige Einstellung des Torfabbaues im Wurzacher Ried. Verlagerung des Abbaus für medizinische Zwecke in das Reicher Moos.





 
Naturschutzzentrum Wurzacher Ried

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