Lebensraum Streuobstwiese - nicht nur der Gartenschläfer hat sich angesiedelt

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Lebensraum Streuobstwiese - nicht nur der Gartenschläfer hat sich angesiedelt

Ein Projekt für den Gartenschläfer - eine Art des 111-Arten-Korbes


Projektpartner
Heinz-Jürgen Walter (Ebersbach)

Einzelaktion
Status: laufend

Region: Ebersbach/Fils, Landkreis Göppingen


Kurzbeschreibung
Gartenschläfer Streuobstprojekt Die hier beschriebene Streuobst-Wiese ist 32 Ar groß und liegt bei Ebersbach am südlichen Rand des zum Filstal hin abfallenden Schurwaldes. Das Gelände ist an zwei Seiten von einer Feldhecke umgeben, die als Naturschutz-Biotop ausgewiesen ist. Das Gehölz wird von einem zeitweise wasserführenden Graben durchzogen und besteht überwiegend aus Hasel, Hartriegel, Schlehe, Vogelbeere, Schneeball und Liguster. Eine Seite grenzt an den Mischwald. In den zum Teil sehr alten Obstbäumen verschiedener Arten und Sorten befinden sich natürliche Baumhöhlen. Zusätzlich wurden Nistkästen für Höhlen- und Nischenbrüter sowie für Fledermäuse angebracht. Die Streuobstwiese ist in der „Erzeugergemeinschaft Ökologischer Streuobstbau Ebersbach“ integriert. Ein Teil der Ernte wird für das Projekt „Ebersbacher Apfelsaft“ verwendet. Die Streuobstwiese wird 2 bis 3 mal im Jahr mit dem Balkenmäher gemäht. Das Gras wird in den Baumreihen geschwadet und bleibt liegen.

GartenschläferEs ist nicht verwunderlich, dass eine solche extensiv bewirtschaftete Obstbaumwiese vielen Tierarten als Rückzugsgebiet dient. Als ein Beispiel kann die Ansiedlung des Gartenschläfers genannt werden. Er ist inzwischen ständiger Bewohner der künstlichen Nisthöhlen, und er bevorzugt seinen Unterschlupf (noch) in der Nähe der Hecke. Allerdings geht es nicht ohne Konflikte ab. Der Bilch besetzt im Frühjahr gerade dann die Nistkästen, wenn sich die erste Vogelbrut entwickelt hat. Die Jungen werden dann gemeinsam mit den Altvögeln totgebissen. Um diesen Konflikt zu vermeiden, hatte ich daraufhin einige der freihängenden Holzbetonkästen – außer der Vorderwand – mit Zinkblech ummantelt und mit einer kegelförmigen Haube versehen. Die nunmehr glatten Wände sollten den Gartenschläfer von einer Besiedelung abhalten. Aber weit gefehlt. Die Fähigkeit zum Klettern und Springen scheint bei diesem Tier so ausgeprägt zu sein, dass der Blechmantel keinen wirksamen Schutz darstellt. Inzwischen muss ich den Verlust von jährlich ein bis zwei Kohlmeisenbruten in Kauf nehmen. Die von der Hecke weiter entfernt hängenden Kästen (ohne Blechverkleidung) bleiben noch verschont. Wenn die Population der Bilche jedoch noch zunehmen sollte und weitere Nisthöhlen besetzt werden, wird das Problem immer größer.

Neben Sumpf-, Blau- und Kohlmeise kommen als Höhlen- und Nischenbrüter der Kleiber, der Gartenrotschwanz und der Halsbandschnäpper vor. Andere Nisthöhlen werden von Wespen belegt. Zwei Höhlen werden regelmäßig von Zwergfledermäusen besetzt. Obwohl ich vor vielen Jahren eine Steinkauzröhre angebracht habe, konnte ich diese kleine Eule bisher noch nicht ansiedeln. Ihr derzeitiger Lebensraum liegt etwa 10 Kilometer entfernt. In einem abgestorbenen „Jonathan“ hat der Grünspecht eine Bruthöhle gezimmert und dieses Jahr zum dritten mal belegt. Die Besitzer von zwei benachbarten Streuobstwiesen haben ebenfalls Nistkästen angebracht, so dass das Angebot an Bruthöhlen noch erweitert wurde. Auch wenn eine neue ökologische Insel geschaffen werden konnte, so sollte man sich nicht darüber hinweg täuschen lassen, dass der Lebensraum Streuobstwiese einer ungewissen Zukunft entgegengeht.


Ansprechpartner
Heinz-Jürgen Walter

Zeppelinstr. 35
73061 Ebersbach
Telefon: 07163 / 2804
Email:

 
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