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Buchtipp

  Eduard Huber:

Mein Ried

Erinnerungen an eine Landschaft:
Das Wurzach Ried

Das Buch von Eduard Huber ist beim
Naturschutzzentrum Bad Wurzach erhältlich.

Preis: 9 Euro, incl. Versand + Porto

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Leseprobe: Auszug aus dem Kapitel "Das Torfried"

... Man suchte sich einen der leeren Wagen, die fast immer irgendwo auf den Gleisen herumstanden, rollte ihn bis zur Abzweigung, d.h. auf eine kleine Drehscheibe, drehte ihn Richtung Rampe, schob ihn an und sprang dann auf. Der Rollwagen rumpelte mit erheblicher Beschleunigung die Rampe hinunter und rollte danach, wieder langsamer werdend, unten im Stich aus. Natürlich brachte man den Wagen hinterher nicht wieder zurück, sondern suchte sich droben auf der Hauptstrecke einen zweiten und dritten usw., bis man genug hatte. Als krönenden Abschluss des Spiels inszenierten die bösen Buben dann noch eine Entgleisung: Meist befand sich am unteren Ende der Rampe eine Weiche; die wurde in dem Augenblick umgestellt, wo der Rollwagen darüberschoß, sodass er aus den Schienen sprang und nicht selten umkippte. Die Sache war nicht ungefährlich, denn selbstverständlich fuhren die Buben auch bei dieser Aktion mit und sprangen dann nur im letzten Moment ab, um sich nicht die Knochen zu brechen. (Da ich bei meiner ersten Teilnahme an dem herrlichen Spiel erst fünf Jahre alt war, durfte ich bei der Entgleisung nur zuschauen. Später war ich dann auch mit von der Partie.)

Man kann sich vorstellen, wie groß die Freude bei den Torfarbeitern war, wenn sie am anderen Morgen nicht nur die Rollwagen hinaufschieben, sondern auch noch einen erst auf die Gleise heben mussten. Vor allem der Torfmeister Rettinger, der respektlos „Riedboohle“ (d.h. Riedkater) genannt wurde, fluchte bei solchen Gelegenheiten alle Heiligen vom Himmel herunter. Und wenn er je einen von den „Saubuam“ erwischt hätte, wäre es dem nicht allzu gut ergangen....

 
Naturschutzzentrum Wurzacher Ried

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