Landesweiter Biotopverbund

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Landesweiter Biotopverbund

Viele wertvolle Biotope, die Lebensraum für Tier- und Pflanzenarten bieten, gingen und gehen durch Nutzungsänderungen, Bebauung sowie Zerschneidung unserer Landschaft durch Straßen, Schienenwege oder Leitungstrassen verloren. Es ist nicht nur der reine Flächenverlust problematisch, sondern auch die Isolierung und Zerstückelung der Biotope. Diese sind dann aufgrund ihrer geringen Größe insbesondere den störenden Einflüssen aus der Umgebung ausgesetzt. Oftmals sind sie dann für das Überleben vieler Arten zu klein und ihre isolierte Lage erschwert den Austausch von Individuen zwischen den Gebieten. Dies führt zu einer genetischen Verarmung unserer Fauna und Flora und gefährdet das dauerhafte Überleben von Lebensgemeinschaften.

Durch das bisherige Schutzgebietssystem können 30-40% der heimischen Arten in überlebensfähigen Populationen erhalten werden.
Deshalb sollen auch außerhalb von Schutzgebieten in der überwiegend land- und forstwirtschaftlich genutzten Landschaft geeignete Lebensbedingungen geschaffen werden. Dies umfasst vor allem auch die Herstellung der Voraussetzungen für die Ausbreitung und Wanderung der Arten. Der Schutz der verbleibenden Freiräume, insbesondere großer, noch zusammenhängender und verkehrsarmer Gebiete sowie die Vernetzung von Lebensräumen sind somit von besonderer Bedeutung.

Durch die gesetzlich vorgeschriebene Realisierung eines Biotopverbunds auf mindestens 10 % der Landesfläche können die Überlebenschancen vieler Tiere- und Pflanzenarten wesentlich erhöht werden.

Weitere Fachinformationen zum Fachplan Landesweiter Biotopverbund, Generalwildwegeplan und Zielartenkonzept finden Sie unter: www4.lubw.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/216969/

Die Stiftung Naturschutzfonds fördert und unterstützt daher umfangreiche Maßnahmen zum Biotopverbund. Diese sind z.B.:
  • die Weiterentwicklung des Biotopverbunds auf regionaler und lokaler Ebene
  • die sukzessive Realisierung des landesweiten Biotopverbunds
  • die Förderung und Ergänzung des Biotopverbunds durch geeignete Trittsteine und Freiflächenverbundsystem bis in die Siedlungen hinein


Biotopverbund Bodensee



Durch Flächenverbrauch und intensive Landbewirtschaftung gehen auch am Bodensee immer mehr Lebensräume verloren. Oft bleiben nur kleine, isolierte Flächen übrig, die den genetischen Austausch der Arten erschweren. Tier- und Pflanzenvorkommen werden immer kleiner und verschwinden schließlich ganz.
Mit der Planung und Umsetzung vom Biotopverbund Bodensee hatte die Heinz-Sielmann-Stiftung 2004 einen "Masterplan" entwickelt, der auf einer Fläche von rund 350 Quadratkilometern etwa 80 Einzelmaßnahmen definierte. Das Projekt wird fortlaufend von einer Lenkungsgruppe begleitet, die die sachgemäße Realisierung des Konzeptes kontrolliert. Der Fachplan landesweiter Biotopverbund ist mittlerweile die fachliche Grundlage für die Umsetzung von Maßnahmen.
Im Biotopverbund Bodensee werden Lebensräume neu geschaffen und durch sogenannte "Trittsteine" und "Verbindungskorridore" miteinander verbunden.

Zu den Maßnahmen gehören unter anderem:
  • Renaturierungen von Fließgewässern
  • Wiedervernässungen einst trockengelegter Gebiete
  • Anlage von Stillgewässern
  • Entwicklung von Auwäldern
  • Einrichtung von Weideprojekten
  • Pflanzung und Pflege von Streuobst- und Feldgehölzen.

Darüber hinaus werden Pufferflächen zu angrenzenden, intensiv genutzten Ackerflächen und Streuobstbeständen im Bereich bereits bestehender Biotope geschaffen.

In Zusammenarbeit mit Bürgern, Kommunen, den beiden Landkreisen und Landnutzern wurden bereits rund 110 Einzelmaßnahmen an 34 Biotopstandorten in 15 Kommunen umgesetzt (Stand 5/2017). Die Maßnahmenstandorte liegen zumeist außerhalb von Schutzgebieten. Aus diesem Grund kommt Kommunen, Städten und Landkreisen als Grundeigentümer, vor allem aber als Bindeglied zu privaten Flächenbesitzern, Landnutzern und Bürgern eine entscheidende Rolle bei der Umsetzung von Naturschutzmaßnahmen zu.
Mit der Heinz-Sielmann-Stiftung arbeitet die Stiftung Naturschutzfonds bereits seit Jahren erfolgreich zusammen.

Seit 2014 können sich Gebietskörperschaften und Landschaftserhaltungsverbände aus den Landkreisen Bodenseekreis und Konstanz bei der Heinz Sielmann Stiftung und der Stiftung Naturschutzfonds um eine Kofinanzierung für Biotopmaßnahmen bewerben.

Folgende Projekte konnten mit Unterstützung der Stiftung Naturschutzfonds und der Heinz Sielmann Stiftung realisiert werden:
  • Zukunftswerkstatt „Sipplinger Steiluferlandschaft - Umsetzung des Pflege- und Entwicklungsplans (www.Sipplinger-Steiluferlandschaft.de)
  • Storch und Stier im wiedervernässten Urstromtal „Elsegg“
  • Erweiterung Storch und Stier im wiedervernässten Urstromtal „Elsegg“
  • Feuchtgebietskomplex Nesselwanger Ried bei Überlingen
  • Renaturierung Bächlebach
  • Stillgewässerrevitalisierung als Impulsprojekt zur Umsetzung des Landesbiotopverbunds in der Gemeinde Aach
  • Stillgewässeranlage zur Aufwertung einer Biotopverbundachse bei Rielasingen-Worblingen

Zwei weitere Projekte befinden sich derzeit in der Umsetzung:
  • Aufbau eines Weideprojekts zur Förderung wärmeliebender Tiere und Pflanzen im Rahmen des Biotopverbundes Bodensee
  • Anlage einer Flachwasserzone für Waatvögel

Exemplarisch sollen vier Projekte vorgestellt werden:
  1. Storch und Stier im wiedervernässten Urstromtal „Elsegg“
  2. Feuchtgebietskomplex Nesselwanger Ried bei Überlingen
  3. Renaturierung Bächlebach
  4. Stillgewässeranlage zur Aufwertung einer Biotopverbundachse bei Rielasingen-Worblingen

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