Tagung für Privatpersonen zum Thema „Naturnaher Garten“ im Rahmen des Projekts „Blühender Landkreis" am 19.03.2017

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Tagung für Privatpersonen zum Thema „Naturnaher Garten“ im Rahmen des Projekts „Blühender Landkreis" am 19.03.2017

Erfahrungsbericht und Praxistipps für Jedermann von den Gewinnern des Wettbewerbs „Schönster naturnaher Garten 2016“
Wie kann der eigene Garten naturnaher gestaltet werden?
Was sind die Vorteile der naturnahen Gartengestaltung?
Welche einfachen Tipps kann Jeder anwenden?
Die Gewinner des Wettbewerbs „Schönster naturnaher Garten 2016“ widmeten sich am Sonntag, 19.03.2017 unter anderem diesen Fragen im Naturschutzzentrum Schopflocher Alb.

Corina Neumann – als Streuobstbeauftragte im Landratsamt Esslingen zuständig
für das Projekt „Blühender Landkreis“ – hatte diese Tagung als eine von me hreren
Kooperationsveranstaltungen mit dem Naturschutzzentrum angeregt.
Der dramatische Rückgang der Tierarten allgemein und insbesondere der Insekten, die eine wichtige Rolle in der Nahrungskette und für die Bestäubung (und somit für die Biodiversität) spielen, ist alarmierend und findet zunehmend Erwähnung in den Medien.
Das Projekt „Blühender Landkreis“ widmet sich lösungsorientiert genau diesem Problem. Es zeigt gerade im dicht besiedelten Landkreis Esslingen Wege auf, wie Jeder etwas zum Erhalt und zur Entwicklung von Blühflächen beitragen kann. Neben der Förderung des Blütenreichtums in Städten und Gemeinden sollen Privatgärten blütenreicher gestaltet werden. Hobbygärtner werden angeregt, Naturoasen, Blühflächen und Rückzugsorte für heimische Pflanzen und Tiere zu schaffen bzw. zu bewahren.
Über 50 interessierte Besucher nahmen an der Tagung teil und lauschten den Gewinnern des Wettbewerbs, die ihre ganz individuelle Sicht auf die Vielfalt im Naturgarten präsentierten.

Die Referenten:

Werner Matthis aus Frickenhausen hat sich schon Anfang der 80er Jahre
aus Liebe zu den Schmetterlingen in Literatur eingelesen
und wollte mit seinem Naturgarten Insekten Nahrung bieten.
Inzwischen hat er zusammen mit seiner Frau neben dem Hausgarten
auch ein gepachtetes Stück Land in eine Oase der Vielfalt
mit unterschiedlicher Zonierung verwandelt: Nisthäuser, ein Teich,
Trockenmauern, Blumenbeete und ein Gewächshaus für Nutzpflanzen.



Birgit Hafner aus Reichenbach/Fils lässt in ihrem 500 m² großen Garten
seit 12 Jahren nach dem Motto „Natur ist der beste Gestalter"
grundsätzlich alles so wachsen, wie es sich jedes Jahr aussamt.
Sie schneidet Stauden erst im Frühjahr zurück, damit auch im Winter
eine Struktur erhalten bleibt und Vögel Nahrung haben.
Wildkräuter werden zu Tees verarbeitet,
Giersch ist eine Delikatesse und fehlt in keinem Essen.


Michael Eppinger aus Esslingen ist Initiator der Aktion „Offene Gärten
in Esslingen und im Mittleren Neckarraum" und sieht seinen Garten
als Experiment in einem kontinuierlichen Prozess. In dem sehr großen
Garten - ein alter Weinberg, den er von seinem Großvater geerbt hat -
verbindet er eine herkömmliche Gartengestaltung mit naturnahen Ecken
und Bereichen: Bauerngarten, Teich, Streuobstwiese und wilde Wiesen
wechseln sich ab. Letztere werden für ein kontinuierliches Blühangebot
abschnittsweise gemäht. Sein Motto:
Erfreue Dich an jedem Lebewesen, das Du in Deinem Garten entdeckst.


Auch Gerhard Zaiser aus Köngen legt in seinem kleinen Garten,
dessen Mittelpunkt und Blickfang ein 100jähriger Apfelbaum ist,
einen Schwerpunkt auf die Ökologie. Besonders am Herzen liegen ihm
Vögel, denen er Herberge und Nahrungsgrundlage bieten möchte.
Bei der obligatorischen Runde durch den Garten
nimmt er jeden Tag aufs Neue wahr, wie es seinen Pflanzen geht.


Zum Schluss stellte Angelika Vetter-Kurz aus Wernau ihren überwiegend
als Nutzgarten bewirtschafteten Naturgarten mit großem Strukturreichtum vor.
Dabei legt sie Wert auf biologisches Saat- und Pflanzgut bzw. robuste
und samenfeste Sorten und verzichtet gänzlich auf Pflanzenschutzmittel.
Den schmackhaften Beweis verteilte sie unter den Besuchern als „Versucherle":
Äpfel der alten Sorte „Brettacher", die robust und lagerfähig sind.


Ein ganz herzliches Dankeschön den Gewinnern und Referenten, die im Rahmen dieser Tagung ihren Garten präsentiert haben. Ihr Engagement für die Natur ist überwältigend.
Das große Interesse an der Veranstaltung zeigt, dass das Thema „Vielfalt im Naturgarten" in der Bevölkerung als wichtig erachtet wird.

Haben Sie Interesse an weiteren Veranstaltungen im Rahmen des Projektes „Blühender Landkreis"?
Diese finden Sie in den Jahresprogrammen des Naturschutzzentrum Schopflocher Alb bzw. des Umweltzentrum Neckar-Fils und auf der Homepage des „Blühenden Landkreis".


 
NAZ Schopfloch_Neubau

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